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14 Aug 2007 Holländische Engel und spanische Begehrlichkeiten

Nun ist es also soweit: Der FC Valencia bietet 14 Millionen für Rafael van der Vaart. Aber bevor wir nun schon unser Herz anderweitig verschenken, lasst uns das doch mal analysieren.

Fakt ist, van der Vaart wird irgendwann wechseln, vermutlich nach Spanien – seine Familie stammt mütterlicherseits von dort. Fakt ist auch, der »geplante« Zeitpunkt für einen Wechsel liegt eigentlich im Jahr 2008, dem letzten Jahr, in dem der HSV für van der Vaart eine marktgerechte Ablösesumme bekommen würde – 2009 kann der für meiner Erinnerung nach 1,5 Millionen Euro festgeschriebene Ablöse gehen. An und für sich war 2008 langfristig ein guter Zeitpunkt, die Wechselphase liegt dort direkt im Anschluß an die EM in Österreich und der Schweiz. Warum nun schon jetzt, warum nicht viel früher in der Saison und warum nur für 14 Millionen? Und warum ausgerechnet Valencia?

Lassen wir doch einen Teil dieser Fragen van der Vaart selbst beantworten, wie bereits im Interview mit dem Abendblatt geschehen. Warum also Valencia? »Und dort leben meine Oma und Opa, die sind jetzt 80 Jahre alt und träumen wie ich davon, dass ich einmal in ihrer Stadt Fußball spiele.« – süß. Ganz reizend. Nehmen wir an, Oma und Opa würden in einem kleinen Dorf in Nordspanien leben, würde der Herr dann in der dortigen Tresenelf kicken, oder was? Weiter: die 14 Millionen, welche ja nicht im Ansatz seinem aktuellen Marktwert entsprechen: »Weil Valencia nicht Real Madrid ist, die haben nicht so viel Geld.« – Junge, Junge. So ein Pech aber auch. Haben Oma und Opa denn nix im Sparstrumpf? Na gut, warum jetzt? Und warum nicht früher? Danach wird leider im abendblatt nicht gefragt. Dabei ist das für mich der entscheidende Punkt neben der lächerlich niedrigen Ablösesumme. Andererseits mag ich mir anhand der oben zitierten Blauäugigkeiten kaum ausmalen, wie die Antworten auf diese Fragen ausgefallen wären.

Zurück zu den Fakten: Fakt ist, der HSV steckt bereits mitten in der laufenden Saison, und zwar in Bundesliga und UEFA-Cup. Fakt ist auch, der HSV könnte van der Vaart weder aus dem bestehenden Kader noch auf dem Transfermarkt adäquat ersetzen. Fakt ist, der HSV hat das Angebot aus Spanien abgelehnt. Fakt ist leider auch, dass das heutzutage nichts bedeuten muss.

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  1. catenaccio: Lasst ihn gehen! (14.08.07, 11:19)

7 Comments

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  1. * Marcus (14.08.07, 11:46):

    Spieler in der Situation wie jetzt van der Vaart sind wohl auch immer von der Angst getrieben, dass in einem Jahr schon nicht mehr alles so sein könnte wie jetzt (durch Verletzungen, Formkrisen, ...) und, dass der Vertrag ihres Lebens beim Traumverein dann flöten ist.

  2. * YellowLed (14.08.07, 11:51):

    Das ist ja aber nicht neu, insofern hätte man sich schon etwas zeitiger um den Wechsel bemühen können, wenn er denn unbedingt in diesem Jahr erfolgen soll. Zumal Sören Lerby ja wohl schon etwas länger Kontakt zu Valencia hat, wie es scheint …

  3. * André (14.08.07, 15:07):

    Außerdem verpasst vdV das Alstervergnügen, wenn er jetzt wechselt. Ich denke auch, dass man ihm ganz klar gesagt haben wird, er kann gerne nach der Saison wechseln, aber nicht jetzt. Jeder Verein würde dann vom HSV das Geld haben wollen, dass wir für vdV bekommen haben, ähnlich wie letztes Jahr alle das Geld für van Buyten und Boulah wollten.
    Nee, morgen oder heute kommt bestimmt das Dementi, dass er das alles gar nicht so gesagt hat und dann schauen wir mal weiter.

  4. * YellowLed (14.08.07, 15:20):

    Interessant ist ja eigentlich auch die Frage: »Was wäre, wenn?«. Hätte die angeblich ach so großartige Scoutingabteilung jemanden in der Hinterhand gehabt, den man hätte verpflichten können oder hätte man sich darauf verlassen müssen, dass z.B. Trochowski die Rolle übernimmt? Aber das werden wir hoffentlich so schnell nicht erfahren …

  5. * André (14.08.07, 23:54):

    Angeblich gibt es eine Liste mit potentiellen Nachfolgern (keine Ahnung, wo ich das gelesen habe). Vor ein paar Wochen hätte ich unser Mittelfeld ohne vdV mit Laas auf links und Trochowski in der Mitte gesehen. Aber der eine ist ja nun VW-Fahrer.
    Von der Staatsbürgerschaft hätte ich gerne Alex Meier als vdV Nachfolger, aber wenn ich das aus Frankfurt richtig mitschneide, kommt er da auch nicht so recht in die Puschen. Hmm.

  6. * YellowLed (14.08.07, 23:59):

    Naja, wobei – Meiers Position gibt es meiner Erinnerung nach in Frankfurt immer seltener. Zudem ist er halt mehr so der Zidane/Barbarez-Typ, nicht wirklich ein Spielmacher, mehr ein verkappter Stürmer …

  7. * André (15.08.07, 11:45):

    Dasselbe könnte man auch über vdV sagen… Hmm, ach, dann könnten sie Meier für teuer Geld kaufen, da würd er sogar spielen. Man stelle sich das nur mal vor…

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