10 Aug 2007 Der Baader-Meinhof Cineplex
Seit Jahren spricht der deutsche Film immer wieder davon, man müsse sich die Geschichten, die die eigene Geschichte hergibt, erschließen. Nun jährt sich in diesem Jahr der sogenannte »Deutsche Herbst« zum dreißigsten Mal, was doch ein gegebener Anlaß ist, sich diesem durchaus interessanten Thema filmisch zu widmen – abgesehen davon, dass es mit Todesspiel und Deutschland im Herbst eigentlich schon hinreichend ausgelutscht wurde, gibt es pünktlich im September in der ARD die mehrteilige Dokumentation »Die RAF«. Und weil Dokumentationen gerne dröge sind, verfilmt Uli Edel Stefan Austs RAF-Referenz »Der Baader-Meinhof Komplex« als Kinofilm.
So großartig und vor allem fast perfekt in puncto Ähnlichkeit besetzt ich Todesspiel auch fand, so bedauerlich fand ich es, dass es im Prinzip »nur« die Schleyer-Entführung und die damit direkt verbundenen Ereignisse behandelt, insofern ist das Ansinnen von Edel und Produzent Bernd Eichinger löblich. Die Geschichte der RAF gibt weit mehr her. Noch dazu liest sich die angepeilte Cast wie ein »Who is who« des deutschen Films – Moritz Bleibtreu als Andreas Baader, Martina Gedeck als Ulrike Meinhof und Johanna Wokalek als Gudrun Ensslin, dazu etliche weitere große Namen in bislang noch unbekannten Rollen. Bis November diesen Jahres wird gedreht, im Herbst 2008 kommt das Ganze ins Kino und vermutlich nur wenig später im TV.





Na immerhin kann ich durch die öffentliche Thematisierung etwas darüber erfahren, was im Geschichteunterricht nie erwähnt wurde. Der hörte nämlich am 4./5. Mai 1945 auf.
Dann empfehle ich dringlichst, »Todesspiel« zu gucken – das ist halbdokumentarisch, also mit Kilotonnen an Bildmaterial und Zeitzeugen. Bei Beschaffungsproblemen einfach vertrauensvoll an mich wenden ;-)