< Abenteuerurlaub Bassverstärkerkauf, die erste | Murphy's eurosport-Law >

07 Aug 2007 Abenteuerurlaub Bassverstärkerkauf, die zweite

(Die erste)

Kiel ist – das werden die, die dort schon einmal waren, bestätigen – nur an ganz wenigen Ecken eine schöne Stadt. Man muss den baltischen Charme unserer Landeshauptstadt mögen oder die schönen Ecken kennen, sonst gibt's da nicht viel. Eine der schönen Ecken ist die Gablenzstraße, auch wenn dort derzeit übelst gebaut wird. In der Gablenzstraße bzw. eigentlich nicht wirklich dort, der Eingang ist nämlich ganz wo anders, hinter der Provinzial nämlich, egal – dort jedenfalls findet man den führenden örtlichen Musikalienhandel für langhaarige Bombenleger und solche, die es mal werden wollen: INsound.

Bei INsound kommt man rein und stört den Chef am PC, was den Chef aber nicht stört. Auf die Frage nach dem Begehr (»Ich such 'n Bassverstärker.«) ruft der Chef nach Janni (»Komms' ma'?«). Janni ist so Mitte 20, könnte beim Duschen durch den Ausguß rutschen und kommt auch pronto zur Sache: Was ich suche, will der junge Mann wissen, und er nickt verständig, während ich ihm erläutere, was ich brauche und nicht brauche. Sogar die Tatsache, dass ich einen Combo in Erwägung ziehe, treibt ihm kein Runzeln auf die nahezu mützenbedeckte Stirn, denn er hat mit Sicherheit nicht in einer Riesenhalle auf ein 1000-Watt-Monstrum geschimpft, wohl aber mal in einer stinkenden Garage mit unterdimensionierter Verstärkung tapfer gegen eine lärmende Band angezupft. Wir gehen dann mal nach unten.

Unten steht alles Mögliche in großzügiger Räumlichkeit herum. Sogar ein Orange liegt da, einfach so auf dem Boden – allerdings natürlich mit dem dezenten Hinweis: »Verkauft!«. So ist das mit Oranges. Janni hat schon was im Auge, und auch die leidige Erfahrung mit dem Ashdown-Combo schreckt ihn nicht davon ab, mir einen Combo ans Herz zu legen. Allerdings keinen Ashdown: »In der Preisklasse machen wir viel mit Nemesis.«. Zu meinem Erstaunen (nach der gestrigen Erfahrung) gefällt der Preis durchaus, der an dem guten Stück pappt, und ich habe in der Tat schon gutes von Nemesis gehört, und zwar ausschließlich. Und da das, was neben dem Hinweis, dass es sich um ein Vorführmodell handele, an dem Teil pappt, schlanke 150 Tacken unter dem liegt, was mein Limit wäre, gehen wir jetzt mal getrennte Wege: Er schleppt den Combo schon mal in die Anspielkabine (sowas Schönes hat man dort; in Lübeck spielte man mitten im Verkaufsraum an), ich hole meinen Bass aus dem Auto.

In der Anspielkabine fühlt man sich ob des eierpappigen Wandbelags gleich heimisch. Ich kriege einen Hocker und ein Kabelende, Janni kniet am Amp und dreht die Knöppe. So macht Anspielen Spaß, vor allem, da das, was aus dem Speaker kommt, zunehmend gefällt und rummst. »Joah, der schiebt halt ganz schön.« ist der lapidare Kommentar des Fachmanns. Vor allem in den Bässen, was beim Bass nicht wirklich unwichtig ist. Ich kriege geduldige Antworten auf blöde Fragen, während mich Amp und Preis zusehends überzeugen. Gekauft. Und einmal frische Drähte obendrauf, bitteschön.

So läuft das, wenn man unter Leute gerät, die was verkaufen wollen: Man wird sachlich und freundlich beraten, es fällt nicht eine einzige Verkäuferfloskel und man kriegt nix aufgeschnackt. Die Details, was das gute Stück ist und kann, müssen noch ein paar Blogeinträge warten, und für die Quintessenz des Tages schalten wir nochmal eben zu Janni: »Nächs' Ma' komms' halt gleich hierher.«. Ist gebongt.

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  1. YellowLeds Weblog: Eden Nemesis N12S - Features (09.08.07, 14:37)

2 Comments

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  1. * DrNI (08.08.07, 00:52):

    Glückwunsch zum neuen Ofen. Gerade hab ich meinen kleinen Trace Elliot (auch ein Combo) von der Probe wieder nach Hause getragen (größtenteils gefahren, glücklicherweise ;-) ) ... wenn es mal etwas größeres oder flexibleres im Sound sein soll werde ich an Nemesis denken. Um die 300W also Combo oder Stack sind meiner Meinung nach eine gute Größe. Daß Peavy Elliot (jaja) mittlerweile 750W-Combos baut halte ich für hirnrissig. Bassisten haben in der Regel doch keine Schwanzverlängerung nötig. Wie sehen die EQs bei Nemesis aus?

  2. * YellowLed (08.08.07, 10:14):

    Man dankt. In der Tat ist der Nemesis angenehm transportabel, zudem mit Koffergriff oben und Griffschalen seitlich ausgestattet. Für »um die 300 Watt« hat es nicht ganz gelangt, mehr so knapp die Hälfte – aber Watt ist eben auch nicht alles. Sehr schön auch, dass einem immer wieder die Zeile »in dieser Preisklasse nicht unbedingt selbstverständlich« in den Sinn kommt, und alles andere muss jetzt bis zum Eintrag warten :-)

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