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31 Jul 2005 Live aus dem Supermarkt

Ich persönlich schätze ja sowohl die allgemein verlängerten Öffnungszeiten als auch die sogenannte "Bäderregelung" ungemein. Auch wenn sie Auswüchse wie den folgenden fördert.

Samstag, halb sieben. Einkaufen nach Feierabend mit der Lieblingskollegin bei SKY. Nur das Nötigste für's Wochenende, man will ja nach Hause - außerdem ist zur Not ja Sonntag auch noch geöffnet.

Allerdings ist an solchen Abenden traditionell nur eine Kasse geöffnet, und in der Schlange zu eben dieser steht ein Paar wie aus dem Bilderbuch vor uns: eine extrem penetrant nach Nivea riechende Blondine und ihr offensichtlich (also: finanziell) potenter Lover Diiieeetmaaar. Supi. Kartenzahler, jede Wette.

Dietmar ist vom Schlage derer, die ich erwürgen könnte. Er fängt beim Anstehen an die Kasse erst an, einzukaufen. Scharwenzelt durch die Kassenaufbauten, guckt mal hier, grabbelt mal da, damit er Blondie auch ja nicht beim Bepacken des Bandes helfen muss. Frauenarbeit. Irgendwann piepst Blondie dann aber: "So, wenn du noch was hast, müsstest du's mal bringen ..." Da ist er allerdings längst beim Bäckerstand angekommen und beäugt fachmännisch die ollen Eibrötchen, die zum halben Preis feilgeboten werden.

Püppi ist derweil beim Bezahlen angelangt, zweiundsiebzigirgendwas (Hey, nicht schlecht für "Nur das Nötigste" - höre ich da jemanden "Wir woll'n nach Hause" murmeln?) - und, jawollja, Jackpot: Karte. Tut nicht. Hm. Nun muss Blondie schwer grübeln, welche von ihren sieben Kreditkarten sie noch nicht überstrapaziert hat. Dumme Sache, das (erwähnte ich, dass dieser SKY-Markt berüchtigt dafür ist, dass ihre Kartenleser nie funktionieren?).

Aber Blondie weiß sich zu helfen: "Diiieeetmaaar?", jawollmeineherrn, "Kannst du mir mal eben eine von deinen Karten geben?" - Subtext: "Oder wofür mach ich sonst die Beine breit?" - und da kommt er auch schon rübergeschlendert von den Eibrötchen, unser Held des Abends, Dietmar der Retter! Wir lieben dich, Dietmar! Zück die goldene AmEx, wir wollen alle nur nach Hause! (In diesem Moment schleichen sich übrigens die hinteren aus der Schlange rüber an die heimlich, still und leise eröffnete 2. Kasse nebenan)

Tja. Und dann zückt Dietmar den Geldbeutel (glaube ich zumindest; ich hab leider nicht hingesehen, eigentlich war er mehr so der "Geldklammer für Scheine, Münzen lose in der Tasche und Karten in der Brieftasche"-Typ), murmelt "Oder willst du das bar machen?" und schmeißt - begleitet von kollektivem Aufstöhnen und Augenrollen - zwei Fuffziger auf's Laufband. "Brauchen sie 'n B.." - "Na sicher."

Zwei Dinge braucht mein Traumsupermarkt: Eine Kasse nur für Kartenzahler (an der aus reiner Boshaftigkeit der Kartenleser sporadische Ausfälle hat) und eine nur für Leute mit maximal 2 Teilen und ohne Einkaufswagen. Kann das mal jemand so umsetzen? Danke.

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