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08 May 2007 Snooker-WM: Von Gewinnern und Verlierern

Der Schotte John Higgins ist der Weltmeister im Snooker 2007. In einem Marathonmatch von effektiv über zwölf Stunden, welches heute nacht um 2 Uhr MEZ beendet war, besiegte »The Wizard Of Wishaw« den Qualifikanten Mark Selby mit 18-13. Higgins hat damit eine eher durchwachsene Saison sensationell beendet – er ist nicht nur amtierender Weltmeister, sondern wird in der kommenden Saison auch als neue Nummer 1 der Weltrangliste geführt. Und nach diesem Turnier, in dem Higgins grösstenteils sensationell überzeugende Leistungen bot, hat er beides absolut verdient.

Sein Gegner Mark Selby hat zwar sein erstes WM-Finale verloren, aber ansonsten eigentlich nur gewonnen: Die Herzen des Publikums dank seines mitreissenden, emotionsgeladenen und spektakulären Spiels, eine Stange Geld ohnehin und zudem einen Platz in den Top 16 der neuen Weltrangliste, was für ihn bedeutet, dass er in der kommenden Saison auf den Ranglistenturnieren der Main Tour gesetzt sein wird, also keine Qualifikationsmatches austragen muss. Bedenkt man, dass »The Jester From Leicester« erst seit dieser Saison »Vollzeit«-Snookerprofi ist, ist das ein erstaunlicher Sprung. Selby darf sich nun zu Recht mit Neil Robertson und Ding Junhui zu den besten Jungprofis auf der Main Tour zählen.

Wer aber zählt zu den Verlierern dieser WM? Meines Erachtens Stephen Hendry und Matthew Stevens.

Hendry hat in Sheffield auf nahezu grausame Weise dokumentiert, was sich schon lange abzeichnet: Dass es ihm nicht vergönnt sein wird, wie Steve Davis »in Würde zu altern«. Während Davis mit 50 Jahren immer noch in den Top 16 steht, ist beim 38 Jahre alten Hendry bereits deutlich zu sehen, dass er nicht mehr an das Können früherer Tage anknüpfen kann. Bereits gegen David Gilbert sah Hendry phasenweise schlecht aus, die Niederlage gegen Allister Carter kam einer Demontage gleich.

Stevens hingegen ist die tragische Figur dieser WM. Eigentlich hat er nach einem harten Jahr seine in Sheffield traditionell gute Form wieder gefunden, allerdings fand er seinen Meister in einem dramatischen Viertelfinale in Shaun Murphy, der dem »Welsh Dragon« in letzter Minute noch den Sieg abnahm, was dazu führt, dass Stevens aus den Top 16 fällt und sich somit in der kommenden Saison für die Ranglistenturniere erst wird qualifizieren müssen.

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