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12 Feb 2007 Snooker-Tipps

Nur, weil ich neuerdings mit dem eigenen Queue spiele, bin ich natürlich noch lange kein Snooker-Meister. Andererseits unterstellt mein Snookerpartner mir neuerdings zu Unrecht, ich hätte heimlich geübt, zudem kann man mitunter besser Ratschläge an Anfänger erteilen, solange man selbst noch lernt – also ein paar Tipps, die mir den Einstieg erleichtert haben:

  1. Respekt vor dem Tisch ablegen
    Ein Snookertisch ist riesig – etwa 3,66 mal 1,83 Meter in Turniergröße, somit mindestens anderhalbmal so groß wie ein durchschnittlicher Pooltisch in einer Kneipe. Das flößt Respekt ein, und eben den muss man gedanklich ablegen.
    Mir hat es geholfen, sich zu vergegenwärtigen, dass ein Snookerspiel idealerweise mehr oder weniger nur in der Kopfbandenhälfte des Tisches (also dort, wo sich das Pulk der Roten tummelt) abspielt – stellt man sich diese Hälfte als Tisch vor, wirkt das Ganze fast schon klein.
    Ich gebe allerdings zu, dass es praktisch leider gerade am Anfang relativ schwierig ist, diese Vorstellung auch einzuhalten …
  2. Keine Angst vor Winkeln
    Anfänger neigen (wie auch beim Pool) dazu, »einfache« Stöße zu bevorzugen, womit normalerweise gerade Stöße gemeint sind. Allerdings sind gerade Stöße beim Snooker in den meisten Fällen Gift, was daran liegt, dass das Ziel eines Stoßes eben nicht nur ist, den Objektball (also den farbigen, welchen man anspielt) zu lochen, sondern es mindestens ebenso wichtig ist, den Spielball (weiß) zu »stellen«, ihn also so weiterlaufen zu lassen, dass man eine gute Ausgangsposition für den folgenden Stoß hat.
    Üblicherweise benutzen Anfänger und selbst Fortgeschrittene beim Snooker keinen Effet (im Sinne von Seitenrotation), da dieser extrem schwierig in der Ausführung ist. Statt dessen beschränkt man sich auf Stoppbälle oder Nach- und Rückläufer. Bei einem geraden Stoß schränkt das jedoch die Ablagemöglichkeiten ein – der Spielball kann nur auf der gedanklichen Stoßlinie liegen bleiben. Bei einem Winkelstoß jedoch prallt der Spielball bei einem Stoppball (mehr oder weniger exakt) im 90-Grad-Winkel vom Objektball ab, wobei sich dieser Winkel mittels Nach- oder Rückläufern wahlweise vom Spieler weg (Nachläufer) oder zum Spieler hin (Rückläufer) »verbiegen« lässt.
    Ergo hat man bei Winkelstößen deutlich mehr Möglichkeiten, den Spielball abzulegen, was zwangsläufig ein besseres Spiel ermöglicht.
  3. Nur so viel wie nötig
    Snooker ist eine sehr ökonomische, effiziente Spielart des Billard. Das gilt vor allem für die eingesetzte Kraft beim Stoß – gerade am Anfang ist man oft geradezu erstaunt, wie wenig Kraft man einsetzen muss, um den gewünschten Stoß auszuführen bzw. eigentlich eher, wieviel überschüssige Energie man einsetzt. Also: Lieber dosiert spielen und das »Holzen« den pubertierenden Halbstarken am Pooltisch gegenüber überlassen ;-)

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6 Kommentare

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  1. * Flash (06.05.07, 21:48):

    Hallo,
    die Tipps klingen alle sehr gut und hilfreich.
    Selber habe ich erst einmal aktiv vor einem Snooker-Tisch gestanden und bin ein absoluter Anfänger. Die Regeln hab ich drauf und ich gucke auch öfters Snooker bei eurosport und lerne immer wieder dazu.
    Meine Frage zum Thema Tipps geht allerdings noch vor die Genannten zurück. Und zwar wüsste ich gerne ob es Tipps dafür gibt wie man den Verlauf der weißen Kugel und den Treffpunkt mit einer Farbigen besser einschätzen kann…
    oder hilft dabei einfach nur ein gutes Auge und viel Training.

    Vielen Dank im voraus!

  2. * YellowLed (06.05.07, 23:51):

    Nun, ich bin nach wie vor kein Grossmeister, aber normalerweise sollte der Verlauf des Spielballs bei einem sauber(!) ausgeführten Stoss relativ klar sein: geradeaus zum Objektball (also dem, der getroffen werden soll) :-) Der richtige Treffpunkt, um den gewünschten Verlauf des Objektballs zu erreichen, ist in der Tat eine Sache von Übung (in Form von Tischzeit) und Erfahrung. Und der weitere Lauf der Weissen nach dem Stoss ist wiederum mehr oder weniger Physik. Es hilft sehr, dabei am Anfang auf einen »einfachen« Stoss zu setzen, also idealerweise keinerlei Form von Wirkung (Nachläufer, Rückläufer, Seiteneffet) einzusetzen.

  3. * Looza (14.12.07, 08:37):

    Es gibt da schon kleine Anfänger Tipps!!

    Wenn du dir nicht sicher bist, wie du die färbige Kugel anspielen musst, sodass sie in die Tasche fällt, einfach die rote anvisieren als würdest du diese anspielen wollen.. so weißt du genau wo die weiße die rote berühren muss!
    Oder du legst eine Kugel so hin, wie du sie anspielen musst, dann hast du gleich eine visuelle Darstellung und kannst dir diese Dinge leichter merken!

    Ich selbst spiele seit ein paar Jahren snooker und habe auf diesem weg schon einige auf dieser art eingewiesen.

    Noch ein Tipp der bis jetzt noch nicht genannt wurde.
    für anfänger ist es auch wichtig, öfter auf sicherheit zu spielen, sodass der gegner keine auflagen bekommt. klingt dumm aber wenn man mal das stellungsspiel auf diese art und weise kann, kann man es auch fürs vordenken der färbigen kugeln.

    somit, have fun und spielt fleissig, wir brauchen Deutschsprachige Topspieler :)

  4. * Alex (14.12.07, 23:10):

    Wichtigster Tipp für Anfänger bezüglich dem Lauf der Weißen Kugle nachdem die Farbige getroffen wurde.
    WENN (!) und das ist anfangs garnicht so einfach! die Weiße Kugel genau in der Mitte gespielt wird und sie nachher die farbige trifft, bildet der Winkel den die beiden sich jetzt bewegenden Kugeln im idealfall 90° !!! -in der Praxis etwas weniger.
    eine Ausnahme gibt es nur, wenn man die farbige ganz voll trifft, denn dann entsteht ein 180° Winkel.

    Wichtig ist hier auch, dass je voller (also je mehr in der Mitte der Kugel) man die farbige Kugel trifft sie immer mehr Geschwindigkeit der Weißen “aufnimmt” und (!) die Weiße um diese Geschwindigkeit langsamer wird.

    Den Winkel der auseinanderlaufenden Kugeln nach dem berühren der Weißen mit der farbigen kann man dan mit english (schnitt) verändern.
    Sonst kann ich nur sagen ÜBEN ÜBEN ÜBEN...

  5. * Steffen (20.05.08, 22:11):

    Hallo,
    Das klingt alles einläuchtend.
    Ich habe das Poblem ,daß die Rückläufer
    nicht die gewünschte Strecke zurücklegen.Im TV sieht alles so einfach aus.Liegt das vielleicht am Belag ,Spielball o. an der Technik ?
    Bitte um kurze Mitteilung.
    MfG Steffen

  6. * YellowLed (20.05.08, 23:23):

    Nicht wirklich an Belag oder Spielball, fürchte ich – es sei denn, Du spielst auf einem wirklich abgewrackten Tisch ;-)

    Technik dürfte es treffen. Beim Rückläufer, eigentlich bei jeder Form von »Wirkung« geht es in erster Linie um die sogenannte »Stoßqualität«, also zum einen eine saubere Ausführung des Stoßes, zum anderen um die richtige Kombination aus Kraft und Dynamik.

    Das hört sich leichter an, als es ist – aber es muss ja einen Grund haben, dass die im TV Geld dafür bekommen … ;-)

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