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26 Jan 2006 John Irving: "Die vierte Hand"

John Irving erinnert mich immer ein wenig an eine Band, die ein gutes Album (in diesem Fall "Das Hotel New Hampshire") gemacht hat und seitdem versucht, genau dieses Album nochmal hinzukriegen - nur halt mit anderen Songs.

Während einer Reportage in einem indischen Zirkus wird dem TV-Journalisten Patrick Wallingford von einem Löwen vor laufender Kamera die linke Hand abgebissen. Der schrullige Chirurg Nicholas Zajac transplantiert ihm die Hand des verstorbenen Gatten von Doris Clausen, der Wallingford dafür den unerfüllten Kinderwunsch beschert. Spätestens, als die Hand jedoch von Wallingfords Körper abgestoßen wird, wird ihm klar, dass er mehr verloren hat, als eine Hand - aber auch mehr gewonnen, als eine neue Hand.

Irving ist immer Irving. Indien, Zirkus, Löwen, ein komischer Hund, ein schrulliger Arzt - alles bekannte Motive. Aus dem einzig neuen Thema - einer auf fast schon morbide Weise faszinierenden, medizinisch-ethischen Frage - macht er nicht viel. Und auch deshalb ist es mit diesem Roman wie mit den neuen Alben der fiktiven Band: Zum Ende des Albums fängt man an zu skippen. Schade.

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