26 Sep 2009 Hauptsache gesund!

Ich erwähnte ja bereits, dass ich für die Verlängerung der „gelben Pappe“ neuerdings nicht mehr zum lokalen Gesundheitsamt, sondern zum Amtsärztlichen Zentrum Lübeck muss. Die Firma ist in der Berufsgenossenschaft, die Berufsgenossenschaft zahlt, everybody wins.

Nun ja, bis auf mich, der ich dafür zweimal zu – in my book zumindest – absoluten Unzeiten nach Lübeck juckeln durfte. Das ergibt knapp vier Stunden Rumeiern für tutti kompletti gerade einmal 50 Minuten konkrete Untersuchung – zieht man den nervtötenden Smalltalk des oberanstrengenden Amtsarztes am Freitag ab, bleiben maximal 40 Minuten übrig.

Was wird bei so einer Untersuchung mit einem gemacht? Beim ersten Termin (Mitarbeiterin statt Arzt):

  • Urinprobe (in einem Klo ohne Licht eine relativ gewagte Aktion, darf ich sagen)
  • Sehtest inklusive Test auf Farbenblindheit
  • Gesichtsfeldmessung
  • Hörtest
  • wiegen (weil ich keine Waage besitze, ansonsten hätte man mir blind geglaubt), Puls und Blutdruck messen

Beim zweiten Termin (Arzt) wird dann abgehorcht und abgeklopft (inklusive Reflexe), nach dem Verschleiß an Zigaretten gefragt und der Alkoholkonsum geflissentlich übergangen. Offensichtlich sehe ich nicht aus wie ein Quartalssäufer. Ganz richtig, sonst nix weiter – außer einer Menge belanglosem Gelaber.

Erkenntnis: Ich sehe im Rahmen meiner bebrillten Möglichkeiten unverändert gut bzw. schlecht, bin nicht farbenblind und habe ein normales Gesichtsfeld, bin trotz jugendlichen Discobesuchen, jahrelangem Kopfhörermissbrauch und wöchentlicher Bandprobe nicht schwerhörig, habe zu meiner großen Verwunderung abgenommen, einen völlig normalen Blutdruck und anscheinend selbst in nervender Umgebung den Ruhepuls eines sedierten Kaninchens. Mit einem Wort: Gesund. Keine Sau interessiert sich für den ellenlangen Fragebogen, den ich ausfüllen musste, abgesehen davon, dass sie gerade so eben noch merken, dass sie meine Hausnummer verkehrt gelesen haben.

Und dann, gaaanz zum Schluss, erzählt mir dieser Hektiker doch tatsächlich, er wundere sich irgendwie, wieso ich in meinem Alter diesen Test überhaupt machen müsse – seines Wissens sei der erst ab fünfzig Jahren notwendig … ich weiß nicht, ob das stimmt (bislang musste ich bei jeder Verlängerung einen machen), aber wenn … ARGH!!1einself

24 Sep 2009 Übergetreten

Ich bin jetzt übrigens auch zur dunklen Seite der Macht übergetreten.

iPod nano 4G 16 GB

(Nein, das ist noch einer aus der 4. Generation ohne Kamera. Ja, ich habe mir bewusst so einen zugelegt. Ich habe eine Digitalkamera, verdammt. Nein, ich plane nicht, mir in absehbarer Zeit ein MacBook anzuschaffen. Ja, ich finde ihn super, obwohl ich immer gegen Apple-Fanboys wettere. Grml.)

22 Sep 2009 Früher war alles besser, sogar auf den Ämtern

Ich soll meine „gelbe Pappe“, das ist Taxler-Fachjargon für den etwas langatmig benannten „Personenbeförderungsschein für Taxen und Mietkraftdroschken“, verlängern. Das soll ich schon etwas länger, aber das ist heutzutage nicht mehr so einfach.

Im Grunde muss man, wenn man die Pappe einmal hat, nicht mehr viel machen – eigentlich nur einen Gesundheitscheck, über den sich jede Kellnerin schlapp lacht (es sei denn, man nähert sich dem Rentenalter, dann wird es langsam lustig mit Reaktionstests und allem Tinnef), und einen Gang zur örtlichen Zulassungsstelle, um sich einen neuen Stempel abzuholen. Nun muss jedoch der Gesundheitscheck seit einiger Zeit amtsärztlich erfolgen, und damit wird es kompliziert.

Nicht genug, dass man 35 Kilometer in die nächstgrößere menschliche Erhebung fahren muss, nein – man muss das sogar zweimal machen. Einmal, um in ein Becherchen zu pieseln, 2 Kniebeugen und einen Sehtest zu machen, und dann nocheinmal, um beim Amtsarzt höchstselbst vorstellig zu werden. Termin Nummer 1 wurde gefühlte achtunddrölfzig mal vom Amt verlegt und ist nun morgen früh um halb elf, Termin Nummer 2 am Freitag abend um 18 Uhr, of all times. Immerhin fällt das in eine Woche, in der die Bandprobe ohnehin flachfällt …

Früher™ ist man für so eine Aktion morgens (ohne Termin, man stelle sich vor!) zum örtlichen Gesundheitsamt gelatscht, danach (quasi mit noch warmem Gesundheits„zeugnis“) direkt zur Zulassungsstelle, und dann war man durch mit dem Thema. Heute muss man sich damit insgesamt drei Tage versauen. So langsam kapiere ich, wie die alten Leute darauf kommen, früher sei alles besser gewesen …

21 Sep 2009 Pearl Jam: Backspacer

Vorweg: Ich werde diese Band immer lieben. Sie begleitet mich seit ihrem ersten Album musikalisch, sie ist heute in den Tagen von MP3-Downloads die einzige Band, deren Musik ich nach wie vor konsequent als Silberling kaufe, um die Sammlung komplett zu halten.

Dieses Album ist verwirrend. Es ist anders. Es ist … fröhlich. Bejahend. Und irgendwie … britisch.

All das ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. Stillstand ist der Tod, und wenn man sich auf dem neunten Studio-Album in 18 Jahren Bandgeschichte noch neu erfinden kann, ist das durchaus eine Leistung. Die Wahl Obamas, die damit verbundene Aufbruchstimmung in den USA sollen ihren Anteil an der optimistischen Grundstimmung des Albums gehabt haben. (Böse Zungen würden nun sagen, Pearl Jam hätten nichts mehr, worüber sie rumjaulen könnten.)

Dieses Album macht eine neue Schublade auf: „Surf, Grunge 'n' Roll“, was erstaunlicherweise besser zusammen passt, als man meinen sollte. Es ist zappelig, so lange man nicht zu den (wenigen) Balladen kommt, es ist eindeutige Autofahrmusik und geradezu verschwenderisch kurz.

Der beste Anspieltipp, den man zum reinhören geben kann: Vergessen, dass es Pearl Jam sind. Dazu unbedingt auf Shuffle schalten und dem Album mehrere Durchgänge gewähren. Es braucht halt eine Weile, um sich daran zu gewöhnen, dass das wirklich Pearl Jam sind.

21 Sep 2009 Eine haben wir noch

Die aufmerksamen Leser ahnen es schon: Eine weitere Urlaubsvertretung. Und das ist definitiv die letzte in diesem Jahr, bei weiteren Anfragen stelle ich mich auf die Hinterbeine und protestiere.

Nicht, dass jetzt jemand meint, Droschkenkutschern stünde mehr Urlaub zu als anderen Arbeitnehmern – zumal wir oft genug, wenn wir etwa bei sonnigem Wetter und Auftragsflaute gemütlich am Stand zusammensitzen, zu hören bekommen: „So, wie Ihr arbeitet, machen andere Leute Urlaub!“ Vielmehr ist es einfach so, dass etliche meiner Kollegen Rentner sind, die sich im Taxi, nun ja, ihr Urlaubsgeld dazuverdienen. Und die fahren in den Urlaub, wann es ihnen gerade passt …

Immerhin habe ich diesmal die zusätzlichen Spätschichten gegen ein freies Wochenende eingetauschen können, was aber auch wieder viel zu kurzfristig daher kam, um noch irgendetwas zu planen. (Ja, die Dienstplanung in diesem Unternehmen ist suboptimal.)