31 Jul 2009 Gravity vs. mobile twitter-Interfaces

Nun habe ich, wie in den letzten Tagen öfter zu lesen war, also doch „nachgegeben“ und mir einen twitter-Client auf dem nokia 5800 XM installiert – Gravity ist ein twitter-Client für Symbian-Handys; zwar nicht kostenlos, aber mit etwa 9,50 Euro Registrierungsgebühr durchaus im Rahmen. (Im Übrigen kann man Gravity 14 Tage kostenlos und ohne Funktionseinschränkungen testen.)

Warum aber musste es nun letztlich doch ein twitter-Client sein, warum nicht einfach das mobile Interface von twitter oder dabr benutzen? Ich habe beide Dienste ebenfalls ausprobiert, finde aber Gravity letztlich effizienter in der Handhabung, auch wenn ich persönlich gerne das „Wabbelscrolling“ – kann sich kein Mensch vorstellen; es scrollt (einmal angestoßen) immer weiter und federt beim manuellen Abstoppen quasi nach – abschalten können würde.

Gravity bietet einfache Schnittstellen für replys, direct messages und TwitPic, die einfach erheblich flotter zu benutzen und ideal ins 5800 XM integriert sind und somit letzten Endes Zeit sparen. Man will ja nicht stundenlang auf das arme Handy eindreschen müssen für einen simplen Tweet … was aber nicht heißen soll, dass die mobilen Interfaces unbenutzbar wären. Wem 9,50 Euro zu teuer für einen Client sind oder wer keinen Client für sein Mobiltelefon auftreiben kann (was kaum denkbar scheint), der ist mit beiden genannten Diensten durchaus auch gut bedient.

30 Jul 2009 Man steckt da nich drin

Vier Taxen am Eutiner Taxistand

Als dieses Foto geschossen wurde, saßen wir mit den versammelten fünf Kollegen der gestrigen Nachtschicht (und dem Pizzaheini von gegenüber) am Taxistand in der Abendsonne und freuten uns mit einem gewissen Galgenhumor darüber, dass man endlich mal in Ruhe mit den Kollegen einen ausklönen könne, ohne dass die werte Kundschaft „stört“. Erste Wetten wurden angeboten, ob es uns wohl gelingen würde, den Rekord vom Montag der Woche zu brechen, als Kollegin U. aus schierer Verzweifelung über die magere Auftragslage bereits um 20 Uhr (nach zwei Stunden im Dienst) wieder Feierabend machte …

… und dann kam es anders, als man denkt – und zwar von allen Seiten und mit voller Wucht. Abartig für einen gewöhnlichen Mittwoch in der Urlaubszeit des Sommers; kurz vorm Ersten, aber nicht kurz genug. Aber wie mein lieber Kollege F., derzeit amtierender „Alterspräsident“ der Droschkenkutscher (Kutscher, nicht Knutscher! Das nur am Rande für das Folgefolk auf twitter.) vor Ort, schulterzuckend zu sagen pflegt: „Weißt Du selber: Man steckt da nich drin.“

Das war also die leidige Urlaubsvertretung; der Kollege W. kann „seinen“ Montagabend gerne wieder haben, ich lege keinen Wert darauf. Damit's aber spannend bleibt, gehen nach einer Erholungswoche gleich die nächsten in den Urlaub – die Chefin nebst Familie, was für mich eine Versetzung ins grelle Licht der (Wochen-)Tagschicht bedeutet, gekrönt von einem – nicht mal angeforderten – freien Samstag am fünfzehnten August.

Ich hab ungefähr so lange keinen Samstag mehr frei gehabt, dass ich gar nicht weiß, was ich damit anstellen soll … das artet ja auch direkt in ein verlängertes Wochenende aus. Vorschläge, anyone?

25 Jul 2009 Katinka Buddenkotte: »Mit leerer Bluse spricht man nicht«

Ich hätte ja, wäre ich Klappentextautor, nicht geschrieben:

Katinka Buddenkotte, das Fräuleinwunder der komischen Literatur, schlägt abermals zu: gewohnt witzig, pointiert und gnadenlos ehrlich. Willkommen in der Königsklasse!

Aber mich fragt halt keiner, und Klappentexte schreiben ist, denke ich, auch irgendwie undankbar.

In jedem Fall war »Mit leerer Bluse spricht man nicht« zäh zu lesen – das ständige Weglegen des Buches, weil man sich die Lachtränen abwischen muss, kostet halt Zeit.

Ich werde dieses Buch verschenken müssen. Wegen „Wer nennt seinen Hund denn Holger?", wegen „Ich würde dann jetzt gerne sterben.“, wegen „Wissen macht Au“, wegen „Sobald jemand das Wort Berufsschule ausspricht …“ sowie natürlich wegen „Am gestrigen Abend befand ich mich in einem Zustand permanenter Trunkenheit und Läufigkeit.“ (Aber ganz ohne Bassisten ging's wieder nicht, hm?)

Ferner würde ich anberaumen, zügigst „Mein Weihnachten“ in einen Kurzfilm für das Warmsaufen, äh, die Wartezeit auf den heiligen Abend umzusetzen.

Kurz: Lesebefehl.

23 Jul 2009 Analphabeten in Ostholstein

Die kleine Stadt, in der ich lebe, hat einen noch kleineren Bahnhof, an dem ich berufsbedingt gelegentlich abends im Auto stehe, warte und versonnen in die Gegend blicke. Da sieht man so Einiges, was zum Kopfschütteln einlädt.

Besagter Bahnhof konnte bis vor kurzem nicht ganz, aber doch fast mit seinem berüchtigten Namensvetter Zoo mithalten, zumindest in den Augen manch spießbürgerlichen Besuchers. Und was tut der Spießbürger, wenn es ihm irgendwo zu dreckig ist? Richtig, er sammelt Unterschriften.

Unsere geliebte Reichsbahn nahm das zum Anlass, Maßnahmen gegen die fortschreitende Verwahrlosung ihrer heiligen Halle anzugehen. Und was bietet sich da an? Richtig, man verrammelt die Bude kurzerhand zu nachtschlafender Zeit, damit sie niemand mehr verwahlosen kann. Also um ab viertel vor sieben abends. Sehr sinnvoll.

Für die Zeitgenossen, denen eine verrammelte Tür nicht eindeutig genug ist, hat man dann noch einen Schrieb an die Tür gepappt, der mitteilt, dass und von wann bis wann die Bahnhofshalle verriegelt bleibt. Auch das ist durchaus sinnvoll, zumal drinnen weiter munter das Licht brennt und zum Betreten einlädt. Speziell bei feuchtkalter Witterung ein durchaus verständliches Ansinnen in den Abendstunden.

Nimmt man nun die Anzahl derer, welche trotz Schild an beiden Flügeltüren rütteln, bis sie dann doch entnervt einsehen, dass der Bahnhof wohl abgeschlossen sein muss, als Bewertungsgrundlage, so muss man ernsthaft befürchten, dass knapp neunzig Prozent der Ostholsteiner des Lesens nicht mächtig sind.

Falls also jemand eine zündende Idee hat, wie man „Der Bahnhof ist von 18:45 bis 5:45 abgeschlossen“ in Bildform darstellen kann – ich denke, er täte ein gutes Werk …

23 Jul 2009 Harry Rowohlt: »Gottes Segen und Rot Front«

Hierbei handelt es sich um den zweiten Teil von »Der Kampf geht weiter«. Ergo kann ich mir sparen, zu erklären, worum es geht – die beiden Bücher unterscheiden sich durch ca. 190 Seiten sowie den Inhalt, welcher trotzdem die Gesichtsmuskulatur von Grinsen über Schmunzeln bis Lachen voll auslastet.

Stattdessen meine persönliche Lieblingsanekdote aus Harrys Korrespondenz in getrimmter Kurzform:

Da sitzt ein in Bremen gestrandeter Hamburger, die arme Socke, im Ratskeller und muss mithören, wie am Nebentisch Bremer Kaufleute auf Hamburg schimpfen. Nachdem er gezahlt hat, verabschiedet er sich von diesen mit Folgendem:

Ersdaunlich, wie schlecht Sie über Hamburg gesbrochen haben. In Hamburg sbricht man gar nicht über Bremen.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.