30 Apr 2009 Die Zeit ist überreif: Jabber

Auf die Gefahr hin, jetzt wieder in den Kommentaren als skurriler Linuxnutzer bepöbelt zu werden, dessen „komische Software nicht richtig funktioniert“ – ich überlege ernsthaft, in absehbarer Zukunft meinem Multiprotokoll-Client pidgin kurzerhand die ICQ- und AIM-Accounts abzuklemmen und mich rein auf GoogleTalk und Jabber zu verlasssen.

Die betreffenden proprietären IM-Dienste machen im Grunde permanent Streß, besonders dann, wenn eine Änderung im Protokoll mal wieder tagelang alle Nutzer von alternativen Clients aus den betreffenden Netzwerken aussperrt.

Jabber hingegen kann alles, was diese Dienste auch leisten, ist aber unabhängig, frei und dezentral. GoogleTalk hingegen basiert auf dem Jabber-Protokoll, und auch wenn jetzt möglicherweise die üblichen Google-Mahner aufschreien: Ich mag GoogleMail und -Talk.

Die „wichtigsten“ meiner Kontakte sind bereits über mindestens eine der beiden Varianten erreichbar, alle anderen Leser sind herzlich willkommen, mich wahlweise als matthiasmees@googlemail.com (GoogleTalk) oder yellowled@jabber.ccc.de (Jabber) zu ihren Kontaktlisten hinzuzufügen. Noch bin ich wie gesagt auch via ICQ/AIM erreichbar – wenn es denn gerade mal funktioniert.

Einen sehr umfassenden Artikel über die Vorteile von Jabber sowie eine Kurzanleitung zum Einstieg gibt es bei Frank Helmschrott.

26 Apr 2009 You've Been Gilmore'd

Eigentlich hasse ich MySpace. Gleichzeitig aber liebe ich verzerrte Gitarren und die Gilmore Girls, und wenn eine Band laut MySpace-Profil klingt wie „Die Gilmore Girls mit verzerrten Gitarren“, dann überwinde ich mich.

Auf Sinister Rouge, die Band von @dooz passt diese Beschreibung wie das Schwein auf's Sofa, wie meine Lieblingskollegin zu sagen pflegt. Der Vergleich mit Green Day oder Weezer ist im Übrigen aber durchaus ebenfalls passend.

Also: Reinhören und im Auge behalten, noch ist das alles nur ein Pre-Release.

22 Apr 2009 Durchdachte Tasche für kleine Digicams

Kürzlich habe ich meine steinalte Digicam gegen ein aktuelleres Modell ausgetauscht. Was mir nun fehlte, war eine passende Tasche für das gute Stück.

Höchst empfehlenswert ist für meine Begriffe für diese und ähnliche Kameras – maximale Maße (B x T x H) 6 x 3 x 9 cm – die Hama Hook DF 11.

Die Tasche ist klein, leicht, kompakt und dennoch innen anständig gepolstert. Meine Pentax Optio E70L passt nahezu perfekt hinein, in die außen aufgesetzte Tasche passen zudem 4 Ersatz-Mignonzellen und diverse Reservespeicherkarten, und zwar in seperaten Einsteckfächern innerhalb der Außentasche. Sehr schön, auch wenn dieses mit Klettverschluß verschlossene Außenfach leider nicht schließt – die Kamera selbst hingegen ist sicher gegen Außendreck mit einem Reißverschluß abgeschottet.

Mein persönliches Highlight sind allerdings der Karabinerhaken, mit dem man die Tasche nahezu überall anflanschen kann, sowie die Gürtelschlaufe, welche ebenfalls einen Klettverschluß hat, folglich also auch über einen bereits angelegten Gürtel gezogen werden kann. Auf einen affigen Schulter- oder Halsgurt wurde hingegen verzichtet.

Fazit: Eine durchdachte, solide Kameratasche zum kleinen Preis.

17 Apr 2009 Schlampig umgesetzt: WSC Real 09 (PC)

Das Sportspiel an sich ist zum Leidwesen derer, die es gerne spielen, ein Stiefkind der Spielebranche. Lieblos behandelt, schlampig umgesetzt. Das gilt leider auch für World Snooker Championship Real 2009, zumindest für die soeben (nach mehrmaliger Vertagung endlich) erschienene PC-Version.

Grundsätzlich ist WSC Real 09 eine gelungene Umsetzung des Snookersports als Computerspiel. Gelungene Optik und Präsentation (auch wenn ich auf meinem ollen Athlon 1.1 GHz die Details auf absolutes Minimum zurückschauben muss, damit es halbwegs spielbar ist; naja, immerhin läuft es trotz „2 GHz Pentium 4“ Minimalanforderung überhaupt …), stimmige Ballphysik, reale Gegner und Turniere dank WPBSA-Lizenz. Leider macht Blade Interactive wenig daraus.

  • Die Lizenz wird nur für die Top 32 der Rangliste genutzt, danach wird mit Phantasiegegnern aufgefüllt.
  • Sowohl die Vergabe der Ranglistenpunkte als auch die Zahl der gespielten Frames entsprechen nicht der Realität.
  • Bei sämtlichen(!) Stößen mit Effet ist die Darstellung des Queues falsch.
  • Es gibt diverse Grafikbugs.
  • Nach wie vor kann man nicht mitten in einem Spiel speichern, wohl aber ein Spiel abbrechen und erneut spielen.
  • Das Masters wird nach wie vor als normales Ranglistenturnier gewertet.
  • Die mühsam über Training angeeigneten Fähigkeitspunkte haben keinerlei Auswirkung auf die Spielstärke des eigenen Spielers.
  • Die Qualifikationsturniere sind immer noch eine Runde zu lang bzw. die Hauptrunden eine Runde zu kurz

Kleine Feinheiten? Sicherlich, aber auch und gerade die drücken (für mich zumindest) den Spielspaß. Immerhin wird der Grand Prix endlich im richtigen Gruppenmodus ausgetragen – das wäre aber auch so ziemlich die einzige Neuerung, die wirklich eine Verbesserung darstellt, sieht man mal von der Präsentation (welche ich nur bedingt beurteilen kann) ab. Grundsätzlich ist das Spiel mit ein wenig Übung viel zu leicht.

Wer die alte Version von 2005 besitzt, kann getrost dabei bleiben. Schade.

16 Apr 2009 Juli Zeh, David Finck: »Kleines Konversationslexikon für Haushunde«

Der extrem wuschelige schwarze Hund auf dem Cover dieses Taschenbuches gehört Frau Zeh, die ansonsten eigentlich grandiose Romane und nicht mit Kant, Planck und der normativen Kraft des Faktischen versetzte Sammlungen von Anekdoten und Beobachtung rund um ihren eigenen Haushund (welcher übrigens auf den Namen Othello hört) schreibt.

Dabei wäre sie besser geblieben, denn diese alphabetisierte Sammlung ist bestenfalls stellenweise unterhaltsam. Ach ja: Von David Finck sind die Fotos, und auch die sind leider nicht so richtig spannend.

Ich kann das Bedürfnis, dem eigenen vierbeinigen Begleiter ein literarisches Denkmal setzen zu wollen, durchaus nachvollziehen. Aber bitte mit etwas mehr Schmackes.