30 Oct 2008 Über den Reiz, die Lernkurve zu meistern

Seit gut zwei Jahren nun nehmen mein Spielpartner und ich etwa einmal wöchentlich circa zwei Stunden lang Lektionen in Demut – wir ziehen mit schwerem Gerät in die nahe gelegene Zockbude und blamieren uns am Snooker-Tisch.

Die Lernkurve ist nach wie vor höchst steil, zumindest was den zählbaren Erfolg angeht. In Sachen Spiel sind durchaus Fortschritte zu erkennen, keine Frage: Es gelingen mittlerweile Anstöße, die nicht den kompletten Tisch in ein Durcheinander aus bunten Kugeln verwandeln. Mitunter ist nicht nur knackiges Safety-Spiel möglich, es bleiben dabei sogar die »kleinen« Farben auf den Spots. Selbst das Spiel mit Wirkung und Hilfsqueues ist halbwegs unter Kontrolle.

Was aber die Breaks angeht, gibt es nach wie vor keinen Grund, größenwahnsinnig zu werden: Auch nach zwei Jahren stetiger Entwicklung ist noch keinem Beteiligten ein Break von 20 oder mehr Punkten gelungen. Fünfzehn, in welcher Form auch immer erzielt, ist nach wie vor ein ziemlich guter Wert an diesem Tisch.

Woran liegt das? Breakbuilding erfordert neben Lochsicherheit auch Positionsspiel. Positionsspiel erfordert neben Spielverständnis auch vorausschauendes Spiel, und für vorausschauendes Spiel muss man nicht nur die Wirkungen beherrschen, sondern auch die Ballphysik verstehen. Keine dieser Disziplinen ist für sich genommen zu schwer, es ist vielmehr die Summe aus allen, die die steile Lernkurve bei diesem Sport ausmacht – und damit auch den Reiz, auch wenn es mitunter frustrierend sein kann.

26 Oct 2008 911 is a joke

Soeben auf DVD: Originalton »Somebody call 911!« – Synchro: »Ruf mal jemand die 911 an!«.

Oh. My. God.

(Sollte jemand nicht folgen können: 911 ist die Notrufkurzwahl für Nordamerika. Die deutsche Entsprechung ist bekanntlich 110 und der in dieser Snychro zuständige Übersetzer eine Vollpflaume. Das kommt auf der Highlightliste des Jahres noch vor »Kombiwagen« für »station wagon«.)

25 Oct 2008 Mac4Lin

Interessantes Projekt: Mac4Lin sammelt alle Dateien und Programme, die notwendig sind, um einen Gnome-Desktop optisch an Mac OSX Leopard anzupassen. Ein ausgiebiges HowTo erklärt dabei die einzelnen Schritte detailliert; Handarbeit ist bei dieser Schönheitsoperation definitiv notwendig.

Zum Paket gehören ein GTK/Metacity-Theme, ein Icon-Theme, ein Emerald-Theme für beryl/compiz, ein Cursorset, ein Theme für den Loginmanager GDM, Splashscreens für Gnome, Grub und Bootvorgang, Schriften, verschiedene Varianten für das Dock, Systemklänge, Wallpapers, Plugins/Themes für verschiedene Applikationen – darunter ein Skin, der Firefox wie Safari aussehen lässt sowie iTunes-Skins für verschiedene Audioplayer u.v.m.

21 Oct 2008 Thinkpad R52: Die erste Woche

So langsam glaube ich, ich muss mir ein neues Hobby suchen. Oder ein neues Betriebssystem. Linux auf Laptops ist zumindest mit der Kombination aus IBM Thinkpad R52 und Ubuntu 8.04 wirklich keine Herausforderung mehr. Dirks Aussage, mit der Kombination könne man nicht viel falsch machen, ist zu 100% bestätigt – hier läuft bis auf winzige Nichtigkeiten wirklich alles rund, ohne dass ich auch nur minimale Nacharbeiten per Hand hätte machen müssen.

Selbst einst kritische Kandidaten wie suspend to ram (oder disk) liefen out of the box. Sound, Grafik, LAN, WLAN, selbst das gottverdammte interne Modem geht. Touchpad, Pointing stick oder per USB angeschlossene Maus, vollkommen egal. Natürlich sind die internen Lautsprecher nichts, worüber man Musik hören möchte, natürlich bringt die Grafikkarte wenig mehr Leistung, als man für einfaches Arbeiten auf dem Desktop braucht – aber mehr brauche ich halt auch nicht.

Was die winzigen Nichtigkeiten sind? Auf dem (im Übrigen exzellenten) Keyboard gibt es eine Fn-Taste, mit der man interne Sonderfunktionen ansteuern kann, die liegt da, wo mein Hirn noch Ctrl vermutet, was gelegentlich für Verwirrung sorgt. Und beim Umzug der alten Daten via LAN-Verbindung hat's meinen CVS-Snapshot der zusätzlichen Plugins und Templates von s9y zerlegt. So what.

Alles in allem eine für »normales« Arbeiten mehr als hinreichend flotte, hochgradig linuxtaugliche Kiste, die nahezu keinen Rückschluss darauf zulässt, dass es sich um ein Gebracuhtgerät handelt. Alles richtig gemacht.

20 Oct 2008 T.C. Boyle: »World's End«

In der Nacht seines 22. Geburtstages knallt Walter Van Brunt – voll wie eine Strandhaubitze – mit dem Motorrad gegen eine Gedenktafel und verliert als Folge einen Fuß. Die Gedenktafel verbindet ihn mit einem ungelösten Rätsel seiner Herkunft: Seinem verschwundenen Vater.

Die Nachforschungen zum Verbleib seines alten Herrn entkernen nach und nach eine komplexe Verstrickung mit der Vergangenheit und führen schließlich in eine über Jahrhunderte gespannte Verschwörung der holländischen Siedlungen an der amerikanischen Ostküste.

T.C. Boyle verbindet eine Familiensaga mit der Geschichte der Besiedlung Amerikas. An Detailtreue und subtilen Hintergründen kaum zu überbieten, mitunter aber leider etwas verwirrend.