26 May 2005 The Neverending Story

Spam. Derzeit ist es der braune Mist bzw. schon eher dessen Folgen, aber irgendwas kommt ja immer. Man könnte alle seine Mailadressen auf einen Account bei einem Freemail-Anbieter umbiegen und die "the dirty work" tun lassen - das funktioniert meiner Meinung nach eher suboptimal, also: selbst ist der User.

Eine Weile hatte ich hier den unixoiden "Klassiker": fetchmail gepaart mit mailfilter, postfix als MTA, der den Rest an procmail weiterreichte, welches das Ganze nochmal durch SpamAssassin jagte. Ein Höllenaufwand, der auch nur sehr teilweise mit Ergebnissen belohnt wurde.

Danach befand ich, automatisiertes Filtern sei doof und benutzte eine Weile Tools wie zuletzt pop3browser, um den Dreck manuell direkt auf dem Server zu erschlagen. Umständlich, anstrengend.

Mittlerweile setzte ich wieder mailfilter ein, allerdings diesmal "manuell" - ohne einen kompletten lokalen Mailserver (den ich einfach nicht brauche). Das lästige an so einer Lösung (mailfilter löscht Spam-Mails direkt auf dem Server anhand bestimmter Muster) ist, dass man die benötigten Filterregeln zuerst erstellen muss. Naja, müsste man, wenn es nicht helle Köpfe wie Helmut Hullen gäbe, der in seiner guten Anleitung zu mailfilter auch noch eine sehr hilfreiche Beispielkonfiguration hat. Die tut für meine Zwecke schon recht gut, allerdings habe sich sie doch noch ein wenig ergänzt.

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25 May 2005 David Sedaris: "Nackt"

Die sogenannte Kritik scheint Herrn Sedaris zu lieben. Geht mir nicht so.

Mag sein, dass "Nackt" nur eine Persiflage auf "normale" Autobiografien sein soll. Mag sein, dass manche Leute weniger abstrusen Büchern mit weniger kranken Ideen nichts mehr abgewinnen können. Vielleicht muss man auch einfach nur John Irving mehr mögen (mit dem würde ich Sedaris vergleichen wollen; von Irving ertrage ich auch nur das "Hotel New Hampshire", alles andere ist mir zu abgedreht).

Was man letzten Endes wirklich daraus lernen kann: Ein Buch kann noch so sehr vom Übersetzergott Harry Rohwohlt übersetzt sein - das heißt noch lange nicht, dass es gut ist.

25 May 2005 Selim Özdogan: "Nirgendwo & Hormone"

So. Nun bin ich endlich "durch" mit Herrn Özdogans Gesamtwerk, denke ich.

Dieser Roman bestätigt einfach nur meine alte Theorie, dass Bücher mit interessanten, leicht schrägen Titeln (als Vergleich fällt mir "Die älteste noch lebende Rebellenwitwe erzählt" ein) - meistens - sterbenslangweilig sind. In diesem Fall ist mir die Story einfach zu wirr, an den Haaren herbeigezogen und abwegig, um mich wirklich auf sie einzulassen.

Irgendwie auch nicht sehr Özdogan.

Durchgefallen.

19 May 2005 Kernel backen für Dummies

Irgendwie war ich immer zu blöd dazu, einen eigenen Kernel zu backen. Der ultimativ idiotensichere Weg für Debian-Nutzer hat dann aber doch zu Folgendem geführt:

matthias@gromit:~$ cat /etc/debian_version 
3.1
matthias@gromit:~$ uname -r
2.6.11.11

(Für Nicht-Debianiten: Das ist ein Debian Sarge, dessen Standard-Kernel eigentlich ein 2.6.8 wäre, auf dem aber ein 2.6.11.10 2.6.11.11 läuft. Und der Witz ist, der Kernel ist sogar als "echtes" Debian-Paket ins System eingebunden.)

Okay, und wie geht sowas? Einfach.

  1. Kernel-Quellen irgendwohin (also: gerne nach $HOME) entpacken und in das besagte Verzeichnis wechseln.
  2. Sicherstellen, dass neben den ansonsten zum Kernelbacken notwendigen Paketen (GCC & Co.) zusätzlich die Pakete kernel-package und fakeroot installiert sind (zu fakeroot gäbe es auch Alternativen, aber damit habe ich es getestet. Ansonsten ggf. nachinstallieren per apt-get install.

  3. Die Konfiguration des aktuell installieren Kernels (aus /boot) nach /pfad/zum/kernel/.config kopieren.
  4. make menuconfig, dort besagte .config als Konfigurationsdatei laden, menuconfig mittels Exit verlassen und dabei besagte .config als Konfiguration übernehmen.
  5. make-kpkg clean
  6. fakeroot make-kpkg --initrd --revision=custom.1.0 kernel_image (wenn man sich entscheiden sollte, einen Kernel ohne initrd zu verwenden, kann die Option --initrd wegfallen; mehr dazu in /usr/share/doc/kernel-package/README.gz - sollte man aber eh' lesen)
  7. Warten, bis der Kernel fertig gebacken ist. Dann wieder ins übergeordnete Verzeichnis wechseln, in dem bereits das fertige Kernel-deb liegt.
  8. mittels z.B. su Root-Rechte erlangen und als root dpkg -i kernel-image-XYZ, wobei XYZ je nach Kernel-Version variiert. Root-Status wieder loswerden, fertig (nun gut, um den neuen Kernel zu verwenden, muss man selbstredend neu booten; benutzt man immer noch lilo als Bootloader, muss lilo vor dem Reboot entsprechend konfiguriert werden, auch dazu empfehle ich ggf. die README.gz des kernel-package.
Fertig. Und geht.

Je nach Wunsch kann man selbstverständlich in make menuconfig den Kernel noch "verschlanken". Als Lektüre für Kernelbauten sei generell die hervorragende Anleitung von Thomas Hertweck empfohlen.

17 May 2005 Tony Hawks: "Mit dem Kühlschrank durch Irland"

"Don't drink and drive" ist eine gerade zu jämmerliche Empfehlung; "don't drink and bet" ist nach Lektüre des (angeblich auf wahren Tatsachen basierenden) Buches von Tony Hawks um Längen sinnvoller.

Eine durchzechte Nacht führt dazu, dass Tony darum wettet, binnen 4 Wochen die irische Küste entlang zu trampen - in Begleitung eines Kühlschranks. Was völlig absurd erscheint (der sinnvollere Ausdruck wäre wohl "ist", denke ich), gelingt, weil Iren nun mal ein eigentümliches, skurriles Völkchen sind, das sich für solche Vorhaben durchaus begeistern kann.

Eine etwas andere Art von Reisetagebuch, welches genauso ist, wie das Volk des bereisten Landes: witzig, warmherzig und auf eine rustikale Art und Weise charmant. Und ein klein bißchen absurd.