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19 Nov 2009 Mein Kunde schickt mich, ich soll Pfand abgeben

Ich hab echt schon Einiges erlebt im Taxi, keine Frage. Wundern ist ohnehin das Erste, was man sich in der Droschke abgewöhnt. Die nächste Stufe ist dann die Annahme, es können einen nichts mehr überraschen. Aber irgendwie schaffen sie es dann doch immer wieder …

„Bringtouren“ sind in einem Gewerbe, das direkt und indirekt von der Rezession betroffen ist, heute absolut üblich, aber nicht immer bei den Fahrern beliebt. Was einmal mit „Hol mich mal zu Hause ab, und kannst Du mir vielleicht schon mal Zigaretten mitbringen? Ihr steht doch am Bahnhof.“ anfing, hat sich so weit ausgebreitet, das an manchen Abenden mindestens ein Drittel der Fahrten die sind, die im offiziellen Jargon des Gewerbes „Kurierfahrten“ heißen – wobei ich für meinen Teil mich ja weigere, eine Kiste Billigstbier als „Kurierfahrt“ anzusehen. Egal.

Gerade hier auf dem Dorf, wo angeblich jeder jeden kennt, ist es auch nicht selten, dass Leute anfragen, ob sie eine Fahrt anschreiben lassen können. Wir sind zwar keine Bank, aber wenn derjenige halbwegs zeitig zahlt, ohne dass man hinterher rennen muss, wird das normalerweise auch durchgewunken. Alles kein Akt.

Aber dass jemand sich eine Kiste Billigstbier bringen lässt (und zwar nicht „mal eben um die Ecke“, sondern ein Dorf weiter!), den Fahrtpreis anschreiben lässt und dann die Kiste mit vier leeren Kisten „bezahlt“ („Gibste halt Pfand ab, der Rest is für Dich.“) – das habe ich auch noch nicht erlebt …

(Fairerweise muss man sagen: Der „Rest“ war nicht wenig Trinkgeld für mich. Dafür hatte ich auch den Ärger damit. Und ja, er hat beim Kollegen in der Tagschicht, der die Fahrt angenommen hat, gefragt, ob das okay ist; man müsste also normalerweise dem betreffenden Kollegen die Hammelbeine lang ziehen, dass er sowas überhaupt annimmt. Aber trotzdem … auf Ideen kommen die Leute.)

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  1. * Pleitegeiger (19.11.09, 09:57):

    LOL
    Kannte Dich der Herr und wußte, daß Du fährst wie Flasche leer…?

    duckundweg

  2. * Minathene (19.11.09, 09:59):

    O.o Mir würde jemand einfallen, der genau soetwas tun würde. Ich grusel mich vor mir selbst.

  3. * Curi0us (19.11.09, 13:58):

    Hmmm, Du bringst Bier vorbei?

    Muß ich mir mal merken, ich hab auch noch ganz viel Leergut hier :-D

  4. * Uwe (19.11.09, 17:17):

    Tja, lt. Gesetz darf mit allem gezahlt werden, das sich später wiederum zu Geld machen lässt und wenn der zu Bezahlende es akzeptiert – Relikt aus dem Mittelalter ;-)

  5. * Torsten (taxi-blog.de) (20.11.09, 02:28):

    Das Gesetz möchte ich bitte mal näher betrachten. Es gibt nicht umsonst den Begriff “gesetzliches Zahlungsmittel” und das sind in Deutschland die Euros und nichts anderes!

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