17 Okt 2009 Blind Melon
Gelegentlich empfehle ich hier in loser Folge Alben, von denen ich finde, dass andere Leute sie kennen sollten. Das selbstbetitelte Debütalbum von Blind Melon gehört dazu, und zwar vor allem für Gitarristen. Speziell solche, die mit einem zweiten Gitarristen zusammen in einer Band spielen.
Zwei Gitarren, das bedeutet normalerweise: Rhythmusgitarre und Leadgitarre. Im übelsten, ödesten Fall bedeutet es: Einer schrubbt Akkorde, der andere gniedelt dazu ein Solo. Ego-Wichserei in Musikform.
Die Herren an den Saiten bei Blind Melon hingegen beherrschen und demonstrieren meisterlich, wie man problemlos zwei (und sogar mehr als zwei) Saiteninstrumente (gelegentlich hört man da auch Mandolinen und sowas) ohne diese „klassische“ Rollenverteilung paart. Deswegen braucht dieses Album auch ein paar Runden, ehe es sich dem geneigten Ohr öffnet – die Herren verstehen es hervorragend, kleine Melodien zu verstecken, die man erst beim zweiten oder dritten Hören entdeckt, die sich dann aber wunderbar im Ohr festfressen.





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