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17 Aug 2009 Snooker-Tipps V: Queueleder austauschen

Nachdem ich neulich beim Aufrauhen der Lederspitze meines Queues etwas zu gründlich war, beschloss ich, dem Queue gleich ein neues Klebleder („Pomeranze“) zu verpassen.

Ich behaupte keineswegs, das mein Weg dabei ideal ist; vermutlich würden Experten, die mehr als nur gelegentlich spielen, gar die Nase über meine „unprofessionelle Vorgehensweise“ rümpfen – hier also quasi die „Hausmittelvariante“ für Gelegenheitsspieler.

(Fotos von der Aktion habe ich leider keine gemacht – man braucht wirklich beide Hände.)

Altes Leder entfernen

Simpel: Man trennt zunächst (so überhaupt noch vorhanden) den Großteil der Pomeranze mit einem scharfen Messer ab. Das braucht je nach Härte des verwendeten Leders evtl. durchaus etwas Kraft.

Den Rest schleift man mit Schleifpapier bis auf die Ferrule (das ist die Messinghülse, die direkt unter dem Leder sitzt) ab, und zwar wirklich sauber und restlos. Eine spezielle Schleifmaschine für Queues, wie sie im Fachhandel angeboten wird, ist meines Erachtens sinnfrei; das ist auch mit Schleifpapier aus dem Baumarkt schnell gemacht.

Ein paar Worte zum Kleber

Mir bzw. meinem Spielpartner hat mal ein erfahrener (Carambolage-)Spieler gesagt, man müsse keinen speziellen Kleber verwenden sondern könne schlichtweg Pattex nehmen. Nachdem mir bei meinem ersten Versuch mit Pattex (Sekundenkleber allerdings) die Spitze beim fünften Stoß abgefallen ist, benutze ich nun den berüchtigten Ten Minute Cement, den es eigentlich in jedem Onlineshop für Snookerzubehör gibt.

Der Ten Minute Cement ist etwas gewöhnungsbedürftig in der Handhabung: Zunachst einmal ist der Kleber überraschend flüssig. Das gibt sich aber, wenn man ihn nach dem Auftragen auf Queue-Ende und Lederunterseite der Luft aussetzt: Der Kleber wird langsam (wirklich sehr langsam) zäher. Kleben darf man erst dann, wenn das Zeug schon gummiartig ist, dann aber mit kräftigem Druck. Faustregel: Wenn man sich beim Aufsetzen noch mit Kleber einsaut, war er noch nicht fest genug.

Eine (ebenfalls im Fachhandel) angebotene Klemme habe ich nicht benutzt – das Leder lässt sich auch manuell recht gut zentrieren, wirklich fester Druck ist nur kurz (wie der Name andeutet ziemlich genau zehn Minuten lang) nötig, und dann sollte der Kleber eigentlich „angezogen“ haben.

Abschließend aufrauhen

Nicht vergessen: Das neue Leder muss vor dem ersten Kreiden aufgerauht werden, damit es die Kreide besser annimmt. Das kann man durchaus auch mit Schleifpapier erledigen. Praktischer und simpler in der Handhabung ist allerdings ein spezieller Präger – ich habe mir einen Willard's geleistet.

Dieses kleine, handliche Teil ist quasi Schleifpapier in Queuespitzenform aus Metall, rauht die Spitze auf und formt sie im gleichen Arbeitsgang korrekt. Nicht ganz billig, hält aber angeblich auch eine ganze Weile.

Und was kostet sowas nun?

Stand August 2009 kosten die benötigten Materialien etwa 18 Euro zzgl. Schleifpapier, was man ja möglicherweise ohnehin im Hause hat. Die Hälfte davon geht für den Willard's drauf – für den Rest kriegt man 5 Klebleder und eine Tube Kleber, von der man derart wenig pro Arbeitsgang benötigt, dass wahrscheinlich nur Profis jemals eine zweite Tube anbrechen …

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  1. YellowLeds Weblog: Snooker-Tipps V, Nachtrag (16.09.09, 15:09)

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