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09 Oct 2005 Liebling, ich habe den Kernel geschrumpft

Ein durchschnittlicher Distributions-Kernel ist normalerweise so angelegt, dass er auf möglichst vielen verschiedenen Rechner-Konfigurationen läuft. Ergo enthält ein solcher Kernel aus individueller Sicht des einzelnen Nutzers wahnsinnig viel "Ballast" in Form von nicht benötigten Treibern, normalerweise als Kernel-Modul realisiert.

Nun werden diese Module zwar nicht geladen, wenn sie nicht benutzt werden, sind aber dennoch im Kernel-Paket enthalten, wenn man den Kernel nach der Debian-Methode baut. Und natürlich liegen sie (ungenutzt Platz belegend) in /lib/modules/foo/.

Ich habe mal in mehr oder weniger mühseliger Kleinarbeit all das, auf das mein Desktoprechner verzichten kann, rausgeschmissen. Allein das Kernel-deb reduziert sich dadurch bereits um satte 9 MB.

Auf das eigentliche Kernel-Image in /boot wirkt sich die Schrumpfung natürlich nicht aus, lediglich die benötigte initrd ist unwesentlich kleiner. In /lib/modules/foo/ jedoch belegt der schlanke Kernel satte 26 MB weniger.

Und natürlich kompiliert der geschrumpfte Kernel erheblich schneller. Hiertm (AMD Athlon XP 1500+) verkürzt sich der Bau eines Kernel-debs um ca. 30-45 Minuten. Subjektiv empfunden würde ich zudem sagen, dass der schlanke Kernel schneller bootet.

Nun mag man argumentieren, moderne Rechner hätten genug Rechenpower, um einen Kernelbau "nebenbei" zu erledigen und genug Festplattenplatz, um ein paar MB verschmerzen zu können. Das ist sicherlich richtig, zumal man auch nicht jeden Tag einen neuen Kernel kompiliert.

Dennoch erscheint mir das einzig schlagende Argument gegen einen "angepassten" Kernel die Tatsache, dass neue Hardware ggf. einen neuen Kernel (mit den passenden neuen Modulen) erfordert - was, denke ich, zu verschmerzen ist.

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