22 Dec 2008 Dagmar Schönleber: »Nackt im Bus«
Total gemein eigentlich, aber man muss es mal so sagen dürfen: So langsam ist es jetzt nicht mehr sehr originell, Schoten aus dem eigenen Leben aufzuschreiben und zwischen zwei Buchdeckeln drucken zu lassen. Ilies (hierzublog unrezensiert), Jochimsen, Goosen, Frau Buddenkotte und nun auch noch Frau Schönleber (Deckung, Flash!). Hörte ich da ein »Du musst es ja nicht lesen.« aus dem Off? Doch, muss ich. Und das nicht nur, weil meine Lieblingsfotografin das Umschlagfoto geschossen hat.
Dagmar Schönleber kann etwas, was nicht viele können: Schreiben, wie man spricht, und das saukomisch. Ich höre den kölschen Opi genauso vor mir wie den stotternden Sänger der Schlammfressenden Ghettogötter, den Punk, der unbedingt Rettungssanitäter werden will und den Taxifahrrär aus Teherran. Sie springen förmlich aus den leider viel zu wenigen Seiten.
Die wahre Schönheit der »melancholerischen Großstadtgeschichten« aber liegt da, wo sie immer liegt. Nein, nicht im Verborgenen – im Detail. Das Detail ist klein, weshalb man es leicht überliest. Aber wenn man aufpasst, liest man hier von schwarz gefärbten Schlafanzügen, unqualifiziertem Kinderpogo und enorm betrunkenen Punkrockern. Und fühlt sich irgendwie zu Hause.





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