< Drei streichen | YL 102 >

27 Mai 2008 Reinhören

Heute morgen trudelten die Ergebnisse der jüngsten Aufnahmen per Post ein. Drei neue, ein alter Song. Die Euphorie der gelungenen Aufnahme-Session ist längst verflogen, die Ohren hören wieder kritisch. Zu kritisch?

Knurrt der Bass nicht stellenweise zu sehr? Fehlen ihm dafür, nun ja, die tiefen Töne, die ihn ausmachen? Ist der Gesang nicht zu brav? Fehlt da nicht das Kratzen, Beißen, um sich Treten, was ihn »live« oft ausmacht, die kleine Schaufel Dreck, ohne die man zu Rockmusik besser nicht singen sollte? Warum kommen die Schlagzeugeinsätze so ruckartig, schneiden die Becken im Ohr? Ist die Gitarre genau richtig viel daneben oder schon beißend schräg? War es eine gute Idee, aus zwei Takes ein und derselben Vocalspur eine Art Backgroundgesang zu basteln? Usw. usf. ad infinitum.

Musiker sind wohl einfach so. Eine perfekte Aufnahme gibt es nicht – irgendwas gibt es immer zu mäkeln, weil man als Kreativer weiß, wie es wäre, wenn es perfekt wäre. Dem Betrachter oder vielmehr Zuhörer fehlt diese Einsicht, was ihm Nachsicht verleiht. MP3s zur Selbsteinordnung folgen die Tage, ich muss das noch ein paar mal durch Boxen und Kopfhörer jagen, ehe ich es herausgeben mag.

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2 Kommentare

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  1. * DrNI (27.05.08, 18:03):

    Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein. Sagt unser Harper immer. Eine extreme Ansicht, aber nicht unwahr. Es gibt nix schlimmeres, als selbstzufriedene, schlechte Musiker.
    Jede Aufnahme ist schlecht. Es ist nur eine Frage, mit wie viel Abstand man sie anhört. Der oben genannten Regel folgend gibt es nur eines was man tun kann: Es immer wieder tun. Und jedes Mal besser.

  2. * YellowLed (27.05.08, 18:39):

    Stimmt ja alles. Und nie ist das Bedürfnis, aufzunehmen, größer, als direkt nach dem ersten Reinhören in eine neue Aufnahme ;-)

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